Encaustik ist für mich ‚das Baden in Farben‘

Eine Ausstellung in der Cafeteria des Marienhaus Klinikums in Saarlouis zeigt Encaustik-Arbeiten von Theresia Gehl

Krankenhausoberin Sabine Ruppert-Fürstos (li) eröffnete die Ausstellung von Theresia Gehl (Foto: Astrid Anna Oertel)

20.07.2018

Es ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man sieht, wie Theresia Gehl ihre Bilder „malt“: Ihr „Pinsel“ ist ein heißes Maleisen, auf das sie mit unterschiedlich dicken Wachstiften Farbe aufbringt. Durch die Wärme schmilzt das Wachs mit den Farbpigmenten - und nun muss es schnell gehen. Die heiße Bügelfläche wird auf ein spezielles, beschichtetes Papier gedrückt und mit sicheren Bewegungen schiebt, zieht, dreht die Künstlerin die Farben auf den Malgrund. Anschließend bearbeitet sie die farbigen Flächen u. a. mit der Spitze oder der Kante des Bügeleisens, mit Spachteln, Schwämmen oder Wellenkämmen. Es entstehen Landschaften oder florale Muster, Blüten oder abstrakte Kompositionen. Zunächst wirken die Farben etwas stumpf, aber nach dem Polieren mit einem weichen Tuch, kommt die Leuchtkraft der Farben auf beeindruckende Weise zutage! Encaustik heißt diese Maltechnik, die schon bei Ägyptern, in der griechischen Antike, bei den Römern und in der Ikonenmalerei zur Anwendung kam. Was hier so einfach aussieht, bedarf gleichermaßen viel Übung und Erfahrung, „damit das, was sich im Kopf abspielt, auf dem Papier erfahrbar wird“, so Theresia Gehl, die anlässlich der Ausstellungseröffnung in der Cafeteria des Marienhaus Klinikums in Saarlouis Mitte Juli einen Einblick in diese faszinierende, farbenprächtige Technik gibt.

Erfahrung und Übung hat Theresia Gehl, beschäftigt sie sich doch schon über 20 Jahre mit dieser Malerei. „Für mich entdeckt habe ich die Encaustik, als ich auf der Suche nach zusätzlichem interessanten Lehrmaterial für meine Schüler an der Erweiterten Realschule war, wo ich in dieser Zeit u. a. Arbeitslehre unterrichtete. „Ich wusste sofort: das ist etwas, mit dem ich auch Schüler begeistern würde. Seit damals bin ich fasziniert von der Vielfalt der Möglichkeiten des künstlerischen Schaffens. Für mich ist Encaustik das Baden in Farben“, erzählt sie. Und das Leuchten in ihren Augen ist Ausdruck der Begeisterung, die sie immer wieder zu Farbe und Bügeleisen greifen lässt. So sind im Laufe der Jahre viele klein- und großformatige Arbeiten entstanden. Durch regelmäßige Weiterbildung an der Encaustik-Akademie in Weilheim / Teck hat sie ihre Technik so verfeinert, dass sie nicht mehr nur auf Papier arbeitet, sondern auch Metall, Keramik, Stein, Hartfaserplatten oder Holz als Maluntergrund für ihre Werke wählt.

„Wir sind froh und stolz, dass wir Frau Gehl, die in unserem Klinikum jedem als Vorsitzende des Freundes- und Fördervereins bekannt ist, nun auch mit ihrer künstlerischen Seite ein Forum bieten können“, betonte Krankenhausoberin Sabine Ruppert-Fürstos bei der Ausstellungseröffnung. Eine Auswahl der Werke von Frau Gehl sind noch bis Anfang Oktober während der Öffnungszeiten der Cafeteria des Klinikums in Saarlouis zu sehen. (aoe)

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