Auf die Bedürfnisse der Klinik maßgerecht zugeschnitten

Die Anästhesie im Marienhaus Klinikum Saarlouis setzt seit wenigen Monaten auf das elektronische Narkoseprotokoll

Um das Narkoseprotokoll elektronisch führen zu können, musste an jedem Narkosegerät ein PC installiert werden. An ihn übermittelt das Narkosegerät direkt alle Daten, die es während der OP misst, so Oberarzt Dr. Thomas Ihmann (links im Bild zusammen mit Anästhesie-Pflegerin Julia Lachmann).

31.01.2018

Rund 8.000 Narkoseprotokolle haben die Anästhesisten im Marienhaus Klinikum Saarlouis in der Klinik von Chefarzt Dr. Stefan Otto durchschnittlich pro Jahr „von Hand zu Fuß“, wie es Dr. Thomas Ihmann anschaulich beschreibt, ausgefüllt und darin alle relevanten Daten dokumentiert – vom Aufklärungsgespräch vor der Operation über das eigentliche Narkoseprotokoll während der OP bis hin zur Überwachung im Aufwachraum. Das lief über viele Jahre routiniert und weitestgehend reibungslos. Aber: Papier muss 30 Jahre aufbewahrt werden und nimmt deshalb viel Archivraum ein. „Und Platz haben wir keinen“, sagt Ihmann. Er ist Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie und war verantwortlich für die Einführung des elektronischen Narkoseprotokolls, das seit Ende Oktober letzten Jahres nun im Marienhaus Klinikum Saarlouis zum Einsatz kommt.

Zunächst habe man die Möglichkeit geprüft, die eingescannten Bögen in das vorhandene Krankenhaus-Informationssystem iMedOne zu überführen. Diese Lösung habe sich allerdings als verhältnismäßig teuer erwiesen. Deshalb entschied man sich für eine „Voll-Lösung“, so Thomas Ihmann. Diese nennt sich ICM (was für Integrated Care Manager steht). Das bot sich deshalb an, weil man mit dem System schon auf der Intensivstation arbeitet, es sich bewährt hat und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damit vertraut sind.

Seit wenigen Monaten nun wird das Narkoseprotokoll von Thomas Ihmann und seinen Kolleginnen und Kollegen am PC ausgefüllt. Bis es soweit war, ging allerdings etwas Zeit ins Land; denn zunächst musste das Projektteam (der leitender Anästhesiefachpfleger Alexander Gross und sein Kollege Michael Dolibois, Assistenzarzt Dominic Grün und Thomas Ihmann) extra eingewiesen werden, „…damit wir es individuell für unsere Klinik konfigurieren, sprich auf die Arbeitsabläufe der Klinik maßgerecht zuschneiden konnten“, erläutert Ihmann.

So ist das elektronische Narkoseprotokoll beispielsweise zur besseren Orientierung bewusst dem bisherigen Fragebogen nachempfunden; und die Arbeit am Bildschirm ist auch dadurch erleichtert worden, dass viele Felder so hinterlegt sind, dass der Anästhesist fertige Textbausteine übernehmen beziehungsweise einfügen und sich darauf beschränken kann, sie durch Patienten individuelle Angaben zu ergänzen. Denn ICM stellt für jedes Narkoseverfahren einen vordefinierten Anästhesieplan zur Verfügung, der mit wenigen Klicks auf den Patienten zugeschnitten werden kann, so Dr. Thomas Ihmann.

Um eine lückenlose Dokumentation zu ermöglichen, ist in den Operationssälen an jedem Narkosegerät ein neuer PC installiert worden. Das Narkosegerät übermittelt während der OP alle Daten, die es misst, direkt an den PC. Der sieht zwar aus wie ein handelsüblicher PC, ist aber speziell für den Einsatz im OP ausgelegt und hat beispielsweise kein Gebläse zur Regulierung der Betriebstemperatur; und auch die Tastatur ist so ausgelegt, dass sie problemlos hygienisch desinfiziert werden kann.

Auf die Daten, die während der Operation erfasst werden – das sind beispielsweise die Medikation, die Vitaldaten, die Beatmungswerte, die pflegerischen Maßnahmen und Labor sowie Röntgen –, haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Intensivstation und im Aufwachraum Zugriff, so dass sie sich auf den Patienten vorbereiten können, deren weitere Betreuung sie in absehbarer Zeit übernehmen müssen.

Wenn der Patient auf die Normalstation kommt, dann ist die Dokumentation abgeschlossen, und das elektronische Narkoseprotokoll steht den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dort als PDF-Datei zur Verfügung.

Marienhaus Klinikum Dillingen

Werkstraße 3
66763 Dillingen
Telefon:06831 / 708-0
Telefax:06831 / 708-133
Internet: http://www.marienhaus-klinikum-saar.dehttp://www.marienhaus-klinikum-saar.de

Marienhaus Klinikum Saarlouis

Kapuzinerstraße 4
66740 Saarlouis
Telefon:06831 / 16-0
Telefax:06831 / 16-1097
Internet: http://www.marienhaus-klinikum-saar.de/http://www.marienhaus-klinikum-saar.de/