Während viele Familien sich auf besinnliche Weihnachtstage und ein fröhliches Silvester freuen, bereiten sich die Notaufnahmen auf eine der arbeitsintensivsten Zeiten des Jahres vor. In den kommenden Wochen steigen die Fallzahlen traditionell deutlich an. Besonders Kinder sind in dieser Zeit häufig betroffen – sei es durch Verbrennungen, Stürze oder Verletzungen durch Feuerwerkskörper.
Erik Fettes, Pflegerische Leitung der Notaufnahme im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth: „Zwischen Weihnachten und Neujahr sehen wir eine große Bandbreite an Verletzungen. Viele davon wären im Alltag vermutlich vermeidbar, die festliche Stimmung erschwert das aber häufig. Man ist abgelenkt, es wird viel gekocht, gespielt, gebastelt, und plötzlich passiert es.“ Auch die Kombination aus Kerzen, heißen Getränken und ausgelassenen Familienfeiern führe immer wieder zu Verbrennungen oder Verbrühungen bei Kindern.
Eduard Aspenleiter, Chefarzt der Kinderchirurgie, Kinderurologie und Kindertraumatologie des Klinikums betont: „Kinder reagieren spontan und neugierig. Sie greifen in eine Kerzenflamme, ziehen am Tischläufer oder nehmen kleine Dekorationsteile in den Mund, bevor Erwachsene überhaupt bemerken, was passiert.“ Besonders problematisch seien verschluckte Kleinteile wie Knopfbatterien oder Magnete. Ein Notfall, der umgehend im Krankenhaus behandelt werden müsse. „Gerade Knopfbatterien können innerhalb kurzer Zeit zu schwersten inneren Verletzungen führen“, so Aspenleiter.
Auch rund um Silvester verzeichnet die Klinik jedes Jahr eine Zunahme schwerer Verletzungen. Dabei entstehen insbesondere Hand- und Augenverletzungen durch Feuerwerkskörper, oft verursacht durch unsachgemäße Handhabung oder illegal importierte Böller. „Viele glauben, sie hätten die Situation im Griff, doch ein einziger Fehlstart kann lebenslange Folgen haben“, erklärt Karsten Peters, der Chefarzt der Notaufnahme. Gleichzeitig kommen verstärkt alkoholbedingte Notfälle hinzu; nicht nur bei Erwachsenen, sondern zunehmend auch bei Jugendlichen, die an Silvester mit hochprozentigen Getränken experimentieren.
Um solche Situationen zu vermeiden, raten die Experten zu besonderer Achtsamkeit. Kerzen sollten niemals unbeaufsichtigt brennen und heiße Flüssigkeiten gehören grundsätzlich außerhalb der Reichweite von Kindern. Weihnachtsschmuck mit Kleinteilen oder Batteriefächern sollte sorgfältig gesichert werden. Für Silvester empfehlen sie, Feuerwerkskörper nicht von Kindern zünden zu lassen und ausschließlich geprüfte und zugelassene Produkte zu verwenden. Ein ausreichender Sicherheitsabstand, ein stabiler Abschussort sowie das Liegenlassen von Fehlzündern gehören ebenfalls zu wichtigsten Schutzmaßnahmen.
„Am sichersten ist es für Kinder, das Spektakel aus einiger Entfernung zu beobachten“, sagt Chefarzt Eduard Aspenleiter.
Trotz aller Vorsicht sind Unfälle jedoch nicht immer vermeidbar. Deshalb weist das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Saarlouis darauf hin, dass die Notaufnahme an allen Tagen, auch an Weihnachten und Silvester, rund um die Uhr geöffnet ist.


