Essen und Trinken waren kaum noch möglich, weil eine Engstelle im Magen einer Patientin den natürlichen Weg der Nahrung durch den Verdauungstrakt blockierte. Für die betroffene Frau war die Situation belastend. Hinzu kam, dass sie durch die Erkrankung bereits stark geschwächt war. Eine operative Behandlung hätte nach Einschätzung der Ärzte ein erhebliches Risiko für sie bedeutet. Dennoch gelang es dem Behandlungsteam des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Saarlouis, die Engstelle dank einer neuen Methode zu umgehen. Und zwar komplett ohne Operation.
Am 1. Juni 2026 führte Dr. med. Eric-Thorsten Sternheim, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I – Gastroenterologie am Marienhaus Klinikum in Saarlouis, erstmals eine so genannte endoskopische Gastroenterostomie durch. Das hochspezialisierte Verfahren wird bislang nur an wenigen Zentren in Deutschland angeboten und eröffnet insbesondere schwer erkrankten Patientinnen und Patienten mit hohem Operationsrisiko neue Behandlungsmöglichkeiten.
„Bei vielen Betroffenen wäre bislang eine Operation notwendig gewesen, um die Nahrungspassage wiederherzustellen. Mit der endoskopischen Gastroenterostomie können wir in ausgewählten Fällen deutlich schonender vorgehen“, erklärt Dr. Sternheim.
Bei dem Verfahren wird mithilfe eines speziellen Stents eine neue Verbindung zwischen Magen und Dünndarm geschaffen. Die Engstelle wird dadurch umgangen, sodass Nahrung den Verdauungstrakt wieder passieren kann. Anders als bei einem chirurgischen Eingriff erfolgt die Behandlung jedoch vollständig endoskopisch über eine Magenspiegelung.
Die Durchführung gilt als technisch äußerst anspruchsvoll. Zunächst muss ein schwer erreichbarer Abschnitt des Dünndarms endoskopisch dargestellt werden. Anschließend wird dieser mit Flüssigkeit gefüllt, um ihn mittels Ultraschall sichtbar zu machen. Erst dann kann die neue Verbindung zwischen den beiden Darmabschnitten geschaffen und der Stent präzise platziert werden. Der eingesetzte Stent kann dauerhaft im Körper verbleiben und die neu geschaffene Passage langfristig offenhalten.
„Für Patientinnen und Patienten mit hohem Operationsrisiko bedeutet dieses Verfahren oft einen erheblichen Gewinn an Lebensqualität. Dass wir diese Behandlung nun auch in Saarlouis anbieten können, ist ein wichtiger Schritt für die medizinische Versorgung in der Region“, so Dr. Sternheim.
Für die Patientin machte sich der Erfolg der Behandlung schnell bemerkbar: Bereits einen Tag nach dem Eingriff konnte sie wieder essen und trinken und inzwischen sogar von der Paliativstation nach Hause entlassen werden.










