Saarlouis. Als ich ins Krankenhaus kam, hatte ich starke Schmerzen. Aber die Menschen hier waren alle sehr nett zu mir. Jetzt geht es mir schon viel besser“, erzählt Matias. Er lebt in Angola mit seinen drei Brüdern zusammen, spielt am liebsten Fußball oder geht fischen. Der Kontakt zum Klinikum kam durch das Friedensdorf International zustande, das schwer verletzten oder kranken Kindern aus Krisengebieten weltweit eine medizinische Behandlung in Deutschland ermöglicht. Das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Saarlouis hat die Kosten für die Behandlung sowie für die gesamte Unterbringung von Matias pro bono vollständig übernommen. Es ist nicht das erste Kind aus einem Kriegsgebiet, um das sich das Krankenhaus in dieser Form gekümmert hat.
„Als sozialer Träger wollten wir natürlich helfen“, erklärt Natalie Hirschauer, Kaufmännische Direktorin des Marienhaus Klinikums. „Mit der hervorragenden Expertise unseres medizinischen und pflegerischen Personals können wir auch solche besonderen Fälle schultern – und tun das aus voller Überzeugung. Für uns ist es selbstverständlich, dort zu helfen, wo Hilfe dringend gebraucht wird.“
Medizinische Herausforderung
Matias’ Verletzung war ungewöhnlich komplex: Nach dem Sturz konnte er zwar zunächst noch laufen, doch ohne adäquate Behandlung in Angola verschlimmerte sich sein Zustand. Die Wunde begann zu eitern, entzündete sich schwer und führte schließlich zu einer massiven Entzündung des Schienbeinknochens. Operiert wurde Matias in Saarlouis von Dr. Sascha Greiner, Chefarzt der Unfallchirurgie, und Dr. Eduard Aspenleiter, Chefarzt der Kinderchirurgie. Insgesamt waren fünf Eingriffe nötig, um die Entzündung zu beherrschen und die Verletzung zu stabilisieren.
„Solche Verletzungen sehen wir in Deutschland sehr selten“, erklärt Dr. Greiner. „Für uns war es wichtig, das Bein zu erhalten und Matias wieder ein Stück Lebensqualität zurückzugeben.“
Dr. Aspenleiter ergänzt: „Normalerweise würde bei einem Bruch in Deutschland sofort eine Behandlung erfolgen, sodass es gar nicht erst zu einer chronischen Entzündung kommt. In Matias’ Heimat war das nicht möglich. Ohne adäquate medizinische Versorgung wird das irgendwann zu einem gesundheitlichen Risiko.“
Heute geht es Matias deutlich besser. Er hat zwar noch leichte Schmerzen nach den Operationen, blickt aber zuversichtlich in die Zukunft. „Später möchte ich einmal Maschinist werden“, verrät er mit einem Lächeln. Nach der Entlassung geht es für den Jungen wieder zurück nach Oberhausen ins Friedensdorf, wo er gemeinsam mit anderen Kindern leben wird, bis er voraussichtlich nächstes Jahr wieder zu seiner Familie in Angola kann.




