Für viele Familien begann in diesem Jahr im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Saarlouis ein besonderer Lebensabschnitt: die Geburt ihres Kindes. Bis Ende Juli kamen dort bereits 746 Babys zur Welt, im Juli allein 111. Darunter 13 Zwillingsgeburten. Damit verzeichnet die Geburtshilfe 40 Geburten mehr als zum gleichen Zeitpunkt der beiden Vorjahre.
„Wir freuen uns sehr über das Vertrauen, das uns werdende Eltern entgegenbringen“, sagt die leitende Hebamme Anne-Kathrin Jansen. „Unser Anspruch ist es, jede Familie individuell zu begleiten und gemeinsam den sichersten Weg für die Geburt ihres Kindes zu finden.“
Nicht nur die Geburtenzahlen entwickeln sich positiv. Auch eine zweite Kennzahl fällt auf: Mit einer Kaiserschnittrate von nur 26,5 Prozent liegt das Marienhaus Klinikum deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 33,0 Prozent und dem saarländischen Durchschnitt von 35,9 Prozent. Und das, obwohl als perinataler Schwerpunkt auch Risikoschwangerschaften und Risikogeburten betreut werden.
Für das Team der Geburtshilfe ist dabei entscheidend, für jede Frau den medizinisch sichersten Geburtsweg zu finden. Deshalb beginnt die individuelle Begleitung bereits lange vor der Geburt. Gemeinsam mit den werdenden Eltern werden verschiedene Möglichkeiten besprochen und sorgfältig abgewogen. Denn jede Schwangerschaft ist anders.
Diese individuelle Geburtsplanung eröffnet, sofern die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind, häufig zusätzliche Möglichkeiten. So kann beispielsweise bei einer Beckenendlage zunächst eine äußere Wendung versucht werden oder auch eine spontane Geburt aus Beckenendlage möglich sein. Ebenso begleitet das Team vaginale Geburten von Zwillingen sowie Geburten nach einem früheren Kaiserschnitt, wenn dies für Mutter und Kind sicher vertretbar ist.
Möglich wird dieses Konzept durch ein erfahrenes und eingespieltes Team aus Hebammen und Ärzten aus den Bereichen der Geburtshilfe sowie Kinder- und Jugendmedizin. Gemeinsam entwickelte Standards bilden die Grundlage der täglichen Arbeit. Gleichzeitig wurde die Zahl der Hebammenstellen erhöht, um dem Ziel einer möglichst engen Eins-zu-eins-Betreuung während der Geburt noch näher zu kommen. Zwei Beleghebammen ergänzen das Team.
„Eine niedrige Kaiserschnittrate ist das Ergebnis einer individuellen und verantwortungsvollen Geburtshilfe“, sagt leitender Oberarzt Daniel Benndorf. „Wo eine spontane Geburt sicher möglich ist, unterstützen wir sie. Ist ein Kaiserschnitt notwendig, wird er durchgeführt. Entscheidend ist immer, was für Mutter und Kind am besten ist.“
Für das geburtshilfliche Team ist die Entwicklung vor allem eines: ein Zeichen des Vertrauens vieler werdender Eltern in die Geburtshilfe im Marienhaus Klinikum. Denn viele Familien wünschen sich das, was hier Alltag ist: eine individuelle Begleitung, ausreichend Zeit im Geburtsverlauf und gleichzeitig die Sicherheit, dass bei Bedarf jederzeit medizinisch eingegriffen werden kann.


