Wenn José über Fußball spricht, leuchten seine Augen. Der Fünfjährige aus Angola kennt die Spieler des FC Barcelona ganz genau, sein großes Idol ist Lamine Yamal. Am liebsten würde er selbst den ganzen Tag mit dem Ball über den Platz rennen. Doch lange Zeit war daran nicht zu denken.
Nach einem Sturz verletzte sich José vor rund einem Jahr schwer am rechten Unterschenkel. Weil es in seiner Heimat keine Möglichkeit gab, die komplizierte Fraktur ausreichend zu versorgen, heilte der Knochen nicht richtig zusammen. Es entwickelte sich eine schwere Knochenentzündung (Osteomyelitis) mit Folgen, die seine Zukunft dauerhaft hätten beeinträchtigen können.
Erst durch das Friedensdorf International erhielt José die Chance auf eine Behandlung in Deutschland. Sein Weg führte ihn letztlich bis ins Saarland zum Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Saarlouis, wo Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte ihn in den vergangenen Wochen medizinisch versorgten und für ihn da waren.
Als der Fünfjährige ins Krankenhaus kam, war er zwar etwas schüchtern, doch schon nach kurzer Zeit taute er auf.
„Alle sind nett und behandeln mich sehr gut. Sie spielen viel mit mir“, erzählt José mit einem breiten Lächeln.
Dass der kleine Junge heute wieder lachen kann, ist das Ergebnis mehrerer anspruchsvoller Operationen, viel Geduld und einer engen Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen.
Der Kontakt zum Klinikum kam über das Friedensdorf International zustande, das schwer verletzten oder kranken Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten weltweit eine medizinische Behandlung in Deutschland ermöglicht. Das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Saarlouis hat sowohl die Behandlung als auch die gesamte Unterbringung des Jungen vollständig übernommen. Nicht das zum ersten Mal. Erst vor etwa einem Jahr wurde der damals elfjährige Matias nach einer schweren Verletzung im Klinikum behandelt.
„Für uns als sozialer Träger ist es selbstverständlich, Menschen zu helfen, die ohne unsere Unterstützung kaum eine Chance auf diese Behandlung hätten“, erklärt Natalie Hirschauer, die Kaufmännische Direktorin des Klinikums.
Operiert wurde der Junge im Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Wirbelsäulenchirurgie unter der Leitung von Chefarzt Dr. Sascha Greiner (Unfallchirurgie und Kinderorthopädie). Insgesamt waren mehrere komplexe operative Eingriffe notwendig, um die Infektion erfolgreich zu behandeln und abgestorbenes, infiziertes Knochengewebe zu entfernen und den Infekt zu sanieren. Schlussendlich konnte der Schienbeinknochen durch eine Wadenbeintransplantation wiederhergestellt und stabilisiert werden.
„Als José zu uns kam, war die Entzündung bereits weit fortgeschritten“, erklärt Dr. Greiner, „. so dass diese komplexe Behandlung erforderlich war“.
Mit neuer Hoffnung zurück nach Hause
Heute geht es dem Fünfjährigen deutlich besser. Die Operationen hat er gut überstanden und er macht täglich Fortschritte. Mit seinem fröhlichen Wesen hat er nicht nur die Mitarbeitenden auf Station, sondern auch viele Mitpatientinnen und Mitpatienten schnell für sich gewonnen.
Nach seiner Entlassung kehrt José zunächst ins Friedensdorf nach Oberhausen zurück. Dort wird er sich weiter erholen, bevor er zu seiner Familie nach Angola zurückkehren kann.
Sein größter Wunsch ist es, möglichst bald wieder mit dem Ball am Fuß über den Sportplatz zu laufen. Am liebsten natürlich im Trikot des FC Barcelona und mit seinem Idol Lamine Yamal vor Augen.


