Über 160 Einsatzkräfte probten den Ernstfall

Konzertierte Brandschutz- und Evakuierungsübung von Klinikpersonal, Feuerwehr, DRK, und Rettungszweckverband am Marienhaus Klinikum Saarlouis – Dillingen

31.08.2017

Samstag, 26.08.2017 gegen 09:00 Uhr: Es herrschte normale Betriebsamkeit im Foyer des Marienhaus Klinikums. Plötzlich Sirenengeheul - die Brandmeldeanlage hatte einen Feueralarm ausgelöst. Brand auf Station 71 im 7. OG des Klinikums! Für die unbeteiligten Patienten oder Besucher begann ein spektakuläres Ereignis, das, wäre es zuvor nicht angekündigt gewesen, einige sicher in Angst und Schrecken versetzt hätte. Aber die Organisatoren und die Klinikleitung hatten vorgesorgt. Große, bunte Plakate und ausgelegte Handzettel haben auf die Brandschutz- und Evakuierungsübung schon Tage zuvor hingewiesen.
Es war also kein realer Alarm, sondern Teil der Übung, die nach 2012 zum zweiten Mal durchgeführt wurde. Die Station 71 im 7. OG ist derzeit Tagesstation und daher am Wochenende nicht belegt. Somit wurde auch die normale Patientenversorgung in den anderen Klinikbereichen nicht beeinträchtigt. Am Samstagmorgen simulierten Mitglieder der Gruppe „RUD“ (Realistische Unfall-Darstellung) des Deutschen Roten Kreuzes eine Belegung mit 20 Patienten sowie 10 Besucher. Besetzt war die Station, wie im Tagesbetrieb üblich, mit 3 Pflegekräften. Gegen 09:00 Uhr wurde im Lagerraum dieser Station durch die Feuerwehr Saarlouis mittels einer Rauchmaschine ein Lagerraumbrand simuliert. In kürzester Zeit stand die ganze Station unter Rauch und die Brandmeldeanlage löste Alarm aus.

Die Alarmierungskaskade kam sofort in Gang und alle weiteren Abläufe erfolgten routiniert. Seitens der Mitarbeiter an der Pforte wurden die ersten Alarmierungen gemäß des Krankenhausalarmplanes ausgelöst. Zunächst wurde die für einen solchen Alarmfall koordinierende Einsatzleitung (das ist die diensthabende Anästhesiemannschaft) informiert. Gleichzeitig wurde die Krankenhausleitung über den gemeldeten Brandfall unterrichtet. Die Feuerwehr selbst wurde direkt durch den Anschluss der Brandmeldeanlage an der integrierten Leitstelle des Saarlandes alarmiert. Da die Feuerwache nur wenige Meter von dem Klinikum entfernt liegt, waren nach wenigen Minuten die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort. Schnell stellte sich heraus, dass durch den simulierten Brand die gesamte Station verraucht war und evakuiert werden musste.

Gemäß dem Krankenhausalarmplan wurden nun die weiteren Schritte in die Wege geleitet. Die Krankenhauseinsatzleitung wurde gebildet und über die Rettungsleitstelle wurden der örtliche Rettungsdienst sowie der erweiterte Rettungsdienst alarmiert mit der Bitte, den ebenfalls im Krankhausalarmplan vorgesehenen Evakuierungsraum in der benachbarten Schule für die Evakuierung der Patienten vorzubereiten.

Das Stationspersonal der Station brachte, soweit es ihnen möglich war, einen Großteil der Patienten in einen benachbarten sicheren Brandabschnitt. Nach Eintreffen der Feuerwehr übernahm diese die weitere Evakuierung mit Atemschutz- und Sauerstoffgeräten. Währenddessen wurden die zu evakuierenden Patienten von dem Stationspersonal, sowie einem zusätzlich hinzugerufenen Notfallteam der Klinik für Anästhesiologie im sicheren Brandabschnitt erstversorgt.
Auf Geheiß der Krankenhauseinsatzleitung wurde dann im Erdgeschoß in der Halle der Liegendauffahrt eine Sichtungs- und Triagestelle aufgebaut. Hier fand die Übergabe der zu evakuierenden Patienten an den Rettungsdienst statt. Nach und nach evakuierte die Feuerwehr die betroffenen Patienten der Station 71 ins Erdgeschoß. Darunter auch einen „Patienten“, der durch den Rauch soweit geschädigt wurde, dass er notfallmäßig intubiert und beatmet werden musste. Parallel dazu trafen die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes, wie der Leitende Notarzt, der organisatorische Leiter und der erweiterte Rettungsdienst vor Ort ein und bereiteten die Räumlichkeiten der benachbarten Schule für die Aufnahme der evakuierten Patienten vor, die dort entsprechend ihrer Verletzungen weiterversorgt wurden.
Nach knapp 60 Minuten waren alle 20 „Patienten“ und die „Besucher“ sicher aus dem gefährdeten Bereich der Klinik evakuiert und in die Räumlichkeiten der Schule verbracht worden.

Die Feuerwehr konnte der Krankenhauseinsatzleitung rückmelden, dass der Brand gelöscht sei und dass keine weiteren Gefahren mehr für die Klinik bestehen. Gemeinsam mit dem Leitenden Notarzt sichtete die Krankenhauseinsatzleitung nochmals alle betroffenen „Patienten“ und „Besucher“. Denn anschließend musste auch die Rückverlegung dieser „Patienten“ in nicht betroffene Bereiche der Klinik simuliert werden.

Nach knapp 2 Stunden war die gesamte Übung beendet. Zum Einsatz kamen neben dem Klinikpersonal ca. 160 Kräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Bereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverband Saarlouis und Dillingen. Zum Abschluss dieser Übung waren alle Einsatzkräfte zu einem Imbiss in die Cafeteria der Klinik eingeladen.

Die Übung zeigte, dass die im Krankenhausalarmplan angedachten Maßnahmen bei einem möglichen Brand- und Evakuierungsfall gut funktionieren. Lediglich an einigen wenigen Stellen ist noch Optimierungspotenzial vorhanden. Auch die Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten verlief reibungslos, so dass man zusammenfassend feststellen kann, dass das Marienhaus Klinikum Saarlouis – Dillingen gut für solche Notfälle gerüstet ist.

Als bisher einzige Klinik im Saarland wurden hier jetzt schon zweimal solche großen Brand- und Evakuierungsübungen, wie sie von Seiten des Saarländischen Gesetzgebers gefordert werden, durchgeführt. Schon haben sich einige andere saarländische Kliniken gemeldet, die hier noch einen erheblichen Nachholbedarf haben, und von den Erfahrungen des Marienhaus Klinikums profitieren möchten.
(Dr. Stefan Otto / Astrid Oertel)

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