„Die Patienten profitieren gleich mehrfach von der äußerst schonenden Operationsmethode“

Besonders feine Arbeitsgeräte (hier: Schlüsselloch-Endoskop-Zange) machen das neue Verfahren erst möglich (Foto: Klinik)

24.02.2017


 

Dr. Christian Bourgeois, Chefarzt der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie im Marienhaus Klinikum Saarlouis – Dillingen wendet als erster Operateur im Saarland das Tessys- Verfahren ((Transforaminal Endoscopic Surgical System) zur operativen Entfernung von Bandscheibenvorfällen an

 

Saarlouis. Die moderne Wirbelsäulenchirurgie hat sich in den letzten zehn Jahren rasant entwickelt. Dank der Einführung endoskopischer minimal-invasiver Operationsmethoden (Schlüsselloch-Technik) und unter Einsatz von Spezialoptiken (Endoskope) werden heute bei einer Operation an der Wirbelsäule weniger Gewebsstrukturen verletzt und weniger Weichteilgewebe entfernt. Dadurch verringern sich auch die postoperativen Schmerzen und die Patienten erreichen eine schnellere Regeneration.

Die im Marienhaus Klinikum Saarlouis zur Anwendung kommende „Tessys-Methode“ gilt als äußerst schonend, da sie über besonders kleine Endoskope verfügt. „Durch einen wenige Millimeter großen Schnitt über dem Beckenkamm (seitlicher Zugangsweg) kann das Endoskop genau platziert werden. Der Zugang zu den Nervenstrukturen im Spinalkanal erfolgt über ein von den anatomischen Strukturen geformtes Fenster an der Seite zwischen je zwei Wirbelkörpern, das sog. Neuroforamen (Zwischenwirbelloch). Auf diesem Weg müssen keine Bänder der Wirbelsäule durchtrennt werden und eine Instabilität, wie sie bei allen anderen Zugängen auftreten kann, wird so vermieden“, erklärt Dr. Christian Bourgeois. Der Patient befindet sich während der OP in einer stabilen Seiten- oder Bauchlage. Das Endoskop verfügt über einen Arbeitskanal, durch den der Chirurg seine feinen Instrumente einführen kann. Die Kamera am Ende des Endoskops, das ebenfalls durch eine Arbeitshülse in das Operationsgebiet vorgeschoben wird, liefert die Bilder vom Operationsgeschehen. Der Wirbelsäulenchirurg entfernt die gallertartige Masse an der Bandscheibe, die bei einem Bandscheibenvorfall austritt und auf den Nerv drückt. Der Eingriff dauert etwa 45 Minuten. „Ein weiterer Vorteil dieser Operationsmethode ist, dass der Eingriff auch in örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann und der Patient so während des gesamten Eingriffs ansprechbar ist“, so Dr. Bourgeois.

Wann aber kommt die Methode zum Einsatz? Immer dann, wenn konservative Therapien nicht mehr helfen, wenn Nerven geschädigt sind oder gar Lähmungen auftreten. Dennoch muss vor jeder Bandscheiben-Operation zunächst mittels Kernspintomographie sowie durch verschiedene konventionelle Röntgenaufnahmen die Lage des Vorfalls diagnostiziert und mit dem Patienten die weitere Vorgehensweise besprochen werden.

Die wirbelsäulenchirurgische Abteilung mit Chefarzt Dr. Bourgeois an der Spitze, als Teil des Zentrums für Orthopädie, Unfallchirurgie und Wirbelsäulenchirurgie erwartet mit dem Einsatz dieses Verfahrens, dass den Patienten noch schonender und weniger belastend geholfen werden kann.

Marienhaus Klinikum Dillingen

Werkstraße 3
66763 Dillingen
Telefon:06831 / 708-0
Telefax:06831 / 708-133
Internet:www.marienhaus-klinikum-saar.dewww.marienhaus-klinikum-saar.de

Marienhaus Klinikum Saarlouis

Kapuzinerstraße 4
66740 Saarlouis
Telefon:06831 / 16-0
Telefax:06831 / 16-1097
Internet:www.marienhaus-klinikum-saar.de/www.marienhaus-klinikum-saar.de/